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Sechster Literaturgottesdient Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

Wenn - nach einer wissenschaftlichen Theorie - der Flügelschlag eines Schmetterlings in der Lage ist, auf der anderen Seite der Erde einen Taifun auszulösen, dann ist es nicht so ganz abwegig, dass das Leben und Sterben eines einzigen Insektes auch die Rettung unserer Welt bewirken könnte.
Wenn einige Insektenarten in festgefügten Gemeinschaften leben, in denen das einzelne Individuum keinerlei Bedeutung hat, sondern nur in der Gemeinschaft lebensfähig und überlebensfähig ist, dann stellt sich für uns die Frage, inwieweit dies auch für unsere, die menschliche Gemeinschaft zutreffend ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage was das einzelne menschliche Individuum ohne diese Gemeinschaft wert wäre.
Ihr als Besucher des sechsten Literaturgottesdienstes der Erleserkirche werdet Euch vielleicht fragen, was diese Fragen in einem solchen Gottesdienst zu suchen haben?  Die Antworten darauf wollen wir nun gemeinsam finden:

Unser Autorin Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene und er wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet.

Die drei Geschichten dieses Buches spielen auf drei Zeitebenen und auf drei Kontinenten1852 in England2007 in Amerika und 2098 - in ferner Zukunft - in China. Ebenso schildern diese Geschichten drei Familienschicksale, und die für ihre Zeit typischen Probleme. Verknüpft sind diese Geschichten durch ein vordergründig einfaches Thema – nämlich das im Titel des Buches anklingende Insektensterben - , das wiederum verknüpft ist mit dem Thema der Klimaveränderung, und – unausgesprochen auch mit dem Thema wie wir Menschen mit unserer Erde, mit der Natur und deren Geschöpfen , aber auch mit unseren Mitmenschen umgehen.

Es ist keine große Literatur; jedoch mit einer schnörkellosen und bildhaften Sprache, die letztlich zum Nachdenken über das Gelesene zwingt, und ob wir das wollen oder auch nicht, zu einer persönlichen Stellungnahme zu dem Gelesenen auffordert. Eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen, einen solch unmöglichen Roman im einstündigen Rahmen eines Literaturgottesdienstes vorstellen zu wollen. Wir haben es trotzdem gewagt und sind gespannt auf Eure Reaktion.