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Lesestoff (neueste zuerst )

Am 6.3.18, lesenwir: "Unterleuten" von Julia Zeh.

Am 23. Januar 2018:"Seide" von Alessandro Baricco

Am 23. Januar 2018 : "Seide" von Alessandro Baricco

"Seide" ist ein sinnlicher und wehmütiger, zarter und poetischer Roman von Alessandro Baricco, eine Geschichte von schlichter Schönheit, leicht wie ein Seidentuch, geschrieben in einer scheinbar einfachen Sprache mit kurzen Sätzen und bewussten Wiederholungen ganzer Passagen.

In "Seide" geht es um eine unerfüllbare und unvergängliche Liebe, um zwei Menschen, die sich begehren, ohne jemals auch nur ein einziges Wort miteinander gewechselt zu haben. Genausowenig wie Hervé Joncour erfahren wir über die junge Frau an der Seite des japanischen Territorialherrn, deren Blick der französische Seidenraupenhändler nicht mehr vergisst.
Alessandro Baricco wurde 1958 in Turin geboren. Er studierte Philosophie und Musikwissenschaften. In der Serie Piper erschienen seine erfolgreichen Bücher: "Land aus Glas", "Novecento", "Oceano Mare" und "Seide".

Am 09 Januar 2018 "Ein liebender Mann" von Martin Walser

Ein liebender Mann:

Kann das gut gehen, wenn sich ein 73-Jähriger in eine 19-Jährige verliebt? Natürlich nicht! Diese leidvolle Erfahrung machte 1823 unser Dichterfürst Goethe, als er in Marienbad um Ulrike von Levetzow warb. Goethes Romanze, sonst eher bedacht mit Süffisanz, Häme oder Entrüstung, wird in „Ein liebender Mann auf betörende Weise geadelt zu einer leidenschaftlichen, aufrichtigen Liebe, die in den Augen der Welt aber nur eines ist: peinlich, skandalös, unmöglich!

am 05. Dezember 2017 "Kindeswohl" von Ian McEwan

Die deutsche Erstausgabe des Romans erschien 2015 im Diogenes Verlag

Fiona Maye ist eine angesehene Richterin am High Court in London, bekannt für ihre Gewissenhaftigkeit. Mit ihrem Mann Jack, einem Geschichtsprofessor, ist sie seit mehr als dreißig Jahren verheiratet – harmonisch, wenn auch in letzter Zeit vielleicht ein wenig distanziert. So fällt Fiona aus allen Wolken, als er ihr eröffnet, dass er ihren Segen für eine außereheliche Affäre will. Genau in diesem Moment wird ihr ein eiliger Fall vorgelegt: Ein 17-jähriger Junge, der an Leukämie leidet, benötigt dringend eine Bluttransfusion. Aber seine Familie – Zeugen Jehovas – lehnt das aus religiösen Gründen ab. Genauso wie er selbst. Doch ohne Transfusion wird er qualvoll sterben. Fiona bleiben für ihr Urteil weniger als 24 Stunden. Kann sie jetzt, inmitten ihres emotionalen Tumults, ihre kühle Professionalität bewahren?

„Der Autor lotet die Grenzen zwischen juristischer Professionalität und menschlicher Schwäche, zwischen Recht und Gerechtigkeit sowie Glaube und Vernunft in vielen Verästelungen aus. Das verleiht dem eher kurzen Buch die Tiefe eines großen Romans.“ Neue Zürcher Zeitung

Über Ian McEwan

Ian McEwan, geboren 1948 in Großbritannien, wuchs aufgrund der Tätigkeit seines Vaters, eines Berufssoldaten, unter anderem in Singapur und Libyen auf. Er studierte englische und französische Literatur und unterrichtete an der Universität. Seit dem Erfolg der Kurzgeschichtensammlung Erste Liebe, letzte Riten (1975) lebt er als freier Schriftsteller. Ian McEwan ist in zweiter Ehe mit der Journalistin Annalena McAfee verheiratet und lebt in London. Mit seiner ersten Ehefrau Penny Allen hat er zwei Söhne.

Ab 07. November 2017 "Ungeduld des Herzens" von Stefan Zweig

Ungeduld des Herzens

Der Biograph, der Erzähler, der Menschenschilderer Stefan Zweig hat nur einen einzigen Roman nämlich "Ungeduld des Herzens" geschrieben, der 1939 erschien.
In diesem greift er die Thematik des Mitleids auf, deren falsche Form den jungen Leutnant Anton Hofmiller in einen Konflikt bringt. Edith von Kekesfalva, ein siebzehnjähriges gelähmtes Mädchen verliebt sich in ihn, ohne dass er ihr Gefühl erwidern kann. Doch ihre Zuneigung schmeichelt ihm. Der Arzt des Mädchens, dem deutlich wird, dass nur »das schwachmütige und sentimentale Mitleid, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist«, den Leutnant bewegt, fordert seinerseits nun von ihm das »andere, das einzig zählt – das schöpferische Mitleid, das weiß, was es will und entschlossen ist, alles durchzustehen bis zum Letzten«. Anton Hofmiller glaubt formal und äußerlich der Verlobung zu genügen, ist aber unfähig, Edith auch nur einen einzigen Schritt wirklich entgegenzugehen, ja er streitet seinen Kameraden gegenüber sogar diese Verbindung ab. Sein Schuldbewusstsein erwacht sofort, aber erst allmählich wird er bereit, Verantwortung zu tragen. Doch unglückliche Umstände lassen Edith erfahren, dass er sie verleugnet hat – da stürzt sie sich vom Turm. Anton Hofmiller lebt von nun an in dem Bewusstsein, dass »keine Schuld vergessen ist, solange noch das Gewissen um sie weiß«.

Über den Autor Stefan Zweig

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien als Sohn des Textilindustriellen Moritz Zweig geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik und promovierte 1904 mit einer Arbeit über Die Ursprünge des zeitgenössischen Frankreich in Wien.
Zweig schrieb früh Gedichte (Silberne Saiten, 1901); seine ersten Novellen erschienen 1904. Weitere Novellen und großen Biographien machten ihn weltberühmt.
Bei den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten 1933 wurden auch Stefan Zweigs Bücher verbrannt. In Deutschland durften seine Werke nicht mehr vertrieben werden; bis 1938 erschienen seine Bücher noch in einem Wiener Verlag. Nach einer Hausdurchsuchung der Polizei im Salzburger Haus übersiedelte Zweig 1934 nach London.1938 wurde seine erste Ehe geschieden. 1939 heiratete Stefan Zweig Lotte Altmann und 1940 erhielten beide die britische Staatsbürgerschaft. Aber bald verließen sie London aus Furcht, dass die Engländer keinen Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen machen würden. 1941 siedelten sie nach Petropolis (Brasilien) über. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, zusammen mit seiner Frau Lotte, freiwillig aus dem Leben.

24. Oktober 2017 „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“ von Rafik Schami

Rafik Schami ist ein syrisch-deutscher Schriftsteller. Das Pseudonym „Rafik Schami“ bedeutet Damaszener Freund, der bürgerliche Name des Autors ist Suheil Fadél. Seit beinahe vierzig Jahren lebt Rafik Schami nun schon in Deutschland, seinen staunenden und kritischen Blick auf den deutschen Alltag hat er dabei nicht verloren. Unnachahmlich charmant erzählt er in den teilweise erstmals veröffentlichten Erzählungen aus den Jahren 1990 bis 2010 von den Deutschen und ihren sprachlichen Eigenheiten, wundert sich über die unerschütterliche Konsequenz, mit der deutsche Gäste bei Einladungen selbst gemachten Nudelsalat mitbringen, muss erfahren, dass ein Kaufhaus kein Basar ist, verrät, warum er kein Amerikaner wurde, und schließt – beinahe – Freundschaft mit der sprechenden Stubenfliege.

10. Oktober 2017 „Altes Land“ von Dörte Hansen

In ihrem Debütroman „Altes Land“ erzählt die Autorin Dörte Hansen eine wunderbare Geschichte, eine Lektüre über menschliche Sehnsüchte, Enttäuschungen und Hoffnungen, eine Geschichte, in der man sich wohlfühlt. Es geschieht nicht sehr viel, keine Action, aber es steht sehr viel zwischen den Zeilen. Ein in die Jahre gekommenes altes Fachwerkhaus mit Reetdach ist der Mittelpunkt und die Zuflucht seiner Bewohner. Zwar sind Vertreibung, Flucht und Heimatlosigkeit die Grundthemen, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch ziehen, dennoch überwiegen Wärme und hoffnungsvolle Zukunft. Auf eindrucksvolle Weise werden Gegenwart und Vergangenheit, Großstadt- und Landleben, einander gegenübergestellt. Hamburg mit seinen typischen Stadtteilen, Parks und Ökomärkten wird sehr real und lebensnah geschildert, analog dazu erfährt der Leser sehr viel über das einfache Leben und den Obstbau im Alten Land. Herrlich auch, wie die Autorin in ihrem exakten knappen Schreibstil mit leicht ironischem Unterton die Menschen beschreibt, ihre Stärken und Schwächen, Charaktere, in denen jeder Leser sich auf die eine oder andere Art wiederfinden kann.

Ab 12. September 2017 „Der Distelfink“ von Donna Hart

Der Distelfink ist Entwicklungsroman, Kunstkrimi und Milieustudie in einem, die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle und sozialer Welten wird darin ausgelotet. Angesiedelt in New York, Las Vegas und Amsterdam, erzählt der Roman über eine Zeitspanne von zehn Jahren die Geschichte des 13-jährigen Theo Decker, der seine Mutter Audrey bei einem terroristischen Anschlag auf das Metropolitan Museum of Art verliert. Die wichtigste Erinnerung, die ihn fortan mit ihr verbindet, ist für Theo zugleich eine peinigende Last: das etwa DIN-A4-große Ölbild „Der Distelfink“ des niederländischen Malers Carel Fabritius, ein Gemälde von unschätzbarem Wert, das zu den Lieblingsbildern seiner kunstsinnigen Mutter gehörte. Der Junge stiehlt es in den Wirren unmittelbar nach der Bombenexplosion und trägt das Kleinod im Geheimen mit sich, wohin auch immer es ihn in den folgenden Jahren verschlägt.
Ursprünglich hatte Donna Tartt gar nicht beabsichtigt, ihren Roman in der Kunstwelt anzusiedeln – erst die Zerstörung der Buddhastatuen in Bamiyan 2001 gaben ihr den Anstoß dazu –, doch es könnte kein besseres Umfeld geben, um den Spannungsbogen aufzuzeigen, in dem Theo sich bewegt: Spielball eines Schicksals, das ihn jeder Entscheidungsfreiheit beraubt, verzweifelt auf der Suche nach etwas, das ihm Halt gibt und ihn auf tröstliche, zeitenthobene Weise mit seiner Mutter verbindet. Im Alltag kämpft er ums Überleben und um seinen Platz in der Gesellschaft: Schulbesuch, Sorgerecht, Pubertät, Drogensucht, Männerfreundschaft, Geschäftemacherei und Liebe – Donna Tartt, die angeblich keine Tagespresse zur Kenntnis nimmt und kaum Zeitgenössisches liest, ist genauestens mit dem vertraut, was Heranwachsende umtreibt. Die Menschen, denen Theo über die Jahre begegnet, sind so exakt porträtiert, dass man meint, bei einer ihrer Gesten die Veränderung im Raum zu spüren – man denke nur an den kauzigen alten James Hobart, der in seiner düsteren New Yorker Souterrainwerkstatt Möbel restauriert, an die elfenhafte Nachwuchsgeigerin Pippa, deren Faszination Theo verfällt, an die schrille Xandra, die sich mit Theos Vater in Las Vegas zusammengetan hat, oder an seinen mageren ukrainischen Jugendfreud Boris, der sich als Weltenbummler in einem Kauderwelsch aus vier Sprachen durchschlägt und Theo zu ersten Drogenexperimenten verleitet.

29.August 2017, "Fabian" von Erich Kästner

Der Roman spielt im Berlin Ende der 1920er Jahre. Hauptfigur Jakob Fabian ist als Werbetexter tätig. Aufgrund vieler Enttäuschungen glaubt er nicht mehr an eine Verbesserung der gesamten Menschheit. Lediglich sich selbst könne er noch verändern, lautet seine Meinung. Anders verhält es sich mit seinem alten Studienfreund Labude. Der glaubt an die Weiterentwicklung in der Welt. Nach einer persönlichen Enttäuschung sucht Labude sein Glück bei verschiedenen Frauen, doch niemals wird er richtig glücklich. Fabian dagegen stolpert zufällig in das bunte Berliner Nachtleben hinein. Bordelle, Künstlertreffs und schäbige Kneipen sind nun seine Aufenthaltsorte. Dabei behält er überwiegend eine beobachtende Position. Außerdem gerät Fabian ohne sein Zutun mitten hinein in die Konflikte der Kommunisten und Nationalsozialisten. Dies äußert sich beispielsweise im Verhalten nach seiner beruflichen Entlassung als auch im Umgang mit seiner Geliebten Cornelia die ein Verhältnis mit einem bekannten Filmdirektor beginnt, um ihre eigene Karriere anzukurbeln. Als sich schließlich auch noch Labude das Leben nimmt, gerät Fabians Welt ins Wanken. Er entschließt sich dazu, der Großstadt mit all ihren Verlockungen den Rücken zu kehren. Ziel ist sein kleiner Heimatort. Am Ende scheint Resignation als einziger Ausweg zu bleiben. Fabian wartet nicht mehr darauf, dass ein anständiges Verhalten der Menschen zum Erfolg führen könnte. Der gescheiterte Fabian ertrinkt bei dem Versuch, einem kleinen Kind das Leben zu retten.

01. August 2017 "Der menschliche Makel" von Philip Roth.

"Political Correctness ist eine Maschine, die in Amerika Dummheit fabriziert", sagte Philip Roth einmal. In seinem Roman "Der menschliche Makel" konfrontiert er uns mit der "Tyrannei der Schicklichkeit". Karrieresüchtige und machtbewusste Hochschullehrer veranstalten eine heuchlerische Hexenjagd auf einen alternden Literaturprofessor. Zuerst mobben sie ihn mit dem unzutreffenden Vorwurf des Rassismus vom Campus, dann prangern sie ihn wegen der angeblichen sexuellen Ausbeutung einer unterprivilegierten Frau an, und seine eigenen Kinder wenden sich empört von ihm ab. Sie ahnen nicht, wie verrückt es ist, eine Äußerung des Hochschullehrers als Vorurteil gegenüber Schwarzen zu interpretieren, denn dieser Mann, den sie alle für einen Weißen und einen Juden halten, ist in Wirklichkeit selbst ein Afroamerikaner. Nomen est omen: Coleman assoziieren wir mit der schwarzen Farbe der Kohle, Silk mit weißer Seide. Seit seiner Militärdienstzeit gibt Coleman Silk sich als Weißer aus, um frei zu sein. Nicht einmal seine Frau oder seine Kinder haben seine Lebenslüge durchschaut. Jahrzehntelang beschäftigte er sich mit griechischen Tragödien. Tragisch – mit der Bestrafung der Götter – endet seine Hybris. Der siebzigjährige Literaturprofessor Coleman Silk wird Opfer einer heuchlerischen Hexenjagd. Niemand ahnt, wie absurd der Vorwurf ist, er habe sich rassistisch gegen Schwarze geäußert, denn der Mann, den alle für einen Juden halten, ist in Wirklichkeit ein besonders hellhäutiger Afroamerikaner.

Ab 04. Juli 2017 "Weiter leben: Eine Jugend" von Ruth Klüger

Die Autorin Ruth Klüger wurde am 30.Oktober 1931 in Wien geboren. Sie erlebt in der Kindheit die Judenausgrenzung und -verfolgung mit. In 1943 wurden sie und ihre Mutter gefangengenommen und in verschiedene Konzentrationslager deportiert. 1945 gelingt die Flucht und sie kommen nach Straubing. Auf abenteuerliche Weise kann sie in Regensburg studieren. 1947 wandern Mutter und Tochter nach den USA aus. Ruth Klüger studiert nun in New York und Berkeley. Erst spät kommt sie im Zuge ihrer akademischen Karriere wieder zurück nach Göttingen. Das autobiografische Buch zeichnet diese Lebensbahn nach. Der Schwerpunkt und auch die Stärke des Buchs liegen in der Zeit bis zur Flucht. Die Gräuelszenen sind spärlich, aber vorhanden und gedanklich durchsetzt, so wenn sie fragt: "In der letzten Agonie sind die Starken auf die Schwachen getreten, und so waren die Leichen der Männer stets oben, die der Kinder ganz unten. Ist mein Vater auf Kinder getreten, auf Kinder wie mich, als ihm der Atem ausging?" Ganz hervorragend schildert Klüger die Stimmung in Wien der Vor- und ersten Kriegsjahre. Sie überzeugte, dass Verfolgte nicht mit einer Eskalation rechnen konnten, sondern eher meinten, das sich das Gute der deutschen Hochkultur durchsetzen müsse: "Sie konnten doch nicht alle Nazis sein.

Ab 06. Juni 2017 "Himmel und Hölle" von Alice Munro

Eine Geschichte ist nicht wie eine Straße, der man folgt", hat Alice Munro geschrieben, "sie ist mehr wie ein Haus. Man geht hinein und bleibt eine Weile, wandert hin und her, lässt sich nieder, wo es einem gefällt, und entdeckt, wie die Räume und Flure zueinander in Verbindung stehen, auch wie die Außenwelt sich dadurch verändert, dass man sie aus diesen Fenstern sieht." Die neun Erzählungen im Buch handeln von jungen Ehefrauen, die gerade erst begreifen, was eine Ehe eigentlich bedeutet, und von älteren, die auf ihre Beziehung zurückblicken, von der Selbstfindung einer jungen Studentin, von Konkurrenz und Freundschaft unter Frauen, von Ausbruchversuchen oder Krankheiten, die ein Leben abrupt aus seinen Bahnen reißen.

Ab 09. Mai 2017 "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn

Ein Mädchen, Arbeiterkind, voller Neugier und Lebenswille sieht sich im Käfig einer engen katholischen Dorfgemeinde gefangen. Sie stößt an die Grenzen einer Welt, in der Sprache und Phantasie nichts gelten. Fast zerbricht sie an der Härte und Verständnislosigkeit der Eltern, die sie in den eigenen Lebensgewohnheiten festhalten wollen. Im Deutschland der fünfziger und frühen sechziger Jahre sucht das Mädchen seinen Weg in die Freiheit: die Freiheit des verborgenen Worts. »>Das verborgene Wort< spiegelt wie kaum ein anderer Zeitroman die kulturelle Atmosphäre der fünfziger Jahre.«

25. April 2017 "Der Vorleser" von Bernhard Schlink

Der 1995 erschienene Roman »Der Vorleser« von Bernhard Schlink handelt von Michael Berg und seiner abhängigen Liebe zu einer älteren Frau, die als Kriegsverbrecherin angeklagt wird. In einem Rückblick erzählt Michael Berg von seinem Leben.
»Der Vorleser« beinhaltet mehrere interpretationswürdige Motive. Im Mittelpunkt steht wohl der Umgang mit Schuld und Vergangenheit. Es wird unter anderem die Frage der Kollektivschuld und der Verantwortung der Nachkriegsgenerationen aufgeworfen. Für den Selbstmord Hannas gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze, die von erfolgloser Vergangenheitsbewältigung bis zur scheinbar unerfüllten Liebe reichen.